Überall schießen Burgerrestaurants wie Pilze aus dem Boden. Aber wozu ausgehen? Den perfekten Burger kriegen Sie auch ganz leicht selbst hin.
Was zeichnet einen großartigen Burger aus? Nun – der Burger lebt vom Fleisch. Vorbei die Zeiten, in denen eine einfache Frikadelle, also ein Klops aus etwas Hackfleisch mit viel Semmelbröseln, als „Burger“ durchging. Wir leben mittlerweile im Zeitalter der „Gourmet-Frikadelle“. Bestes mageres Rindfleisch, gut abgehangen, frisch durchgedreht, im Idealfall von Rindern aus Freilandhaltung … Wenn diese Eckpunkte erfüllt sind, brauchen Sie nichts weiter als etwas Salz und Pfeffer. Bei Burgern der Extraklasse dreht sich wirklich alles ums Fleisch.
Der Fleischmix
Wenn Sie einen leckeren Burger wollen, dürfen Sie kein abgepacktes Gehacktes kaufen. Nie. Bitten Sie Ihren Metzger das Fleisch für Sie frisch durch den Wolf zu drehen. Gern auf einer etwas gröberen Einstellung. Dann wird der Bratling auf dem Grill saftiger und aromatischer.
Burger lassen sich aus vielen Fleischsorten herstellen:
Fragen Sie Ihren Metzger nach Rindernacken (Rinderkamm) – der hat für unseren Burger genau das richtige Verhältnis von Fleisch zu Fett. Gutes Fleisch muss auch kaum gewürzt werden. Salzen und pfeffern Sie das Hack und dann haben wir noch einen Spezialtipp: Wenn Sie Ihren Burger aufpeppen möchten, geben Sie angebratenes Knochenmark hinzu. Das macht Ihren Mix fester und verleiht dem Burger einen wunderbaren Geschmack.
Mixen Sie das Geflügel-Hackfleisch mit Frühlingszwiebeln, Paniermehl und Ei, um dem Burger Volumen zu geben und ihn zusammenzuhalten. Falls Sie es richtig gesund mögen, legen Sie einfach die gegrillte Hähnchenbrust bzw. das Putenschnitzel direkt auf Ihr Brötchen.
Wie wäre es denn mit Fischburgern? Ein Mix aus Lachs- oder Kabeljaufilet eignet sich bestens. Oder Sie drehen Krabbenfleisch, Garnelen und etwas Räucherfisch (Seehecht oder Makrele) durch den Wolf. Koriander und Chili verleihen Fisch-Burgern eine exotische Thai-Note.
Für optimalen Geschmack mischen Sie beim Lamm Fleisch aus der Schulter und der Keule. Lamm harmoniert wunderbar mit etwas Knoblauch, Minze und Rosmarin. Hacken Sie die frischen Kräuter richtig klein und vermischen Sie das Lammhack mit den Kräutern, etwas grobem Pfeffer und Salz. Wenn Sie arabische Noten leckerer finden als die mediterrane Variante mit Rosmarin, geben Sie anstatt der frischen Kräuter einfach einen EL Tajine-Gewürz oder Garam Masala auf je 500 g Lammhackfleisch. Diese Mischung müssen Sie anschließend auch nur gut salzen.
Für einen vegetarischen Burger können Sie einen Mix aus Kirchererbsenpüree und Gemüsestückchen machen. Zwiebelwürfel müssen in jedem Fall dazu und feine Paprikastückchen liefern Geschmack und kleine farbige Tupfer. Ansonsten nehmen Sie alles an Gemüse, was Sie mögen. Ein guter Anfang ist gegrilltes Gemüse wie Rote Bete, Möhren, Blumenkohl oder Zucchini. Auch Kerne, Nüsse, Bohnen oder Bulgur können Sie einbauen. Ein Ei bindet die Masse zu einem gesunden Veggieburger – und wenn Sie Ihren Burger vegan gestalten wollen, binden Sie die Masse am besten mit Haferflocken. Für einen würzigeren Geschmack sorgen ein, zwei Löffel scharfer Senf.
Teil 2: Das Anrichten oder der „Burger-Aufbau“
Die Garnitur
Das ist der Teil, wo es spannend wird. Improvisieren Sie, nehmen Sie alles, was Sie gerne mögen: Salatblätter, Gurkenscheiben – auch eingelegte, Gemüse, Saucen … Wie Sie Ihren Burger zusammensetzen, hängt ganz von Ihnen ab. Perfektion liegt im Auge des Betrachters – und obwohl es kein richtig oder falsch in der Burgerkreation gibt, haben wir noch ein paar leckere Tipps für Sie:
Wie dick können Sie Ihren Burger belegen? Manche mögen ihren Burger am liebsten „mit allem“. Gegrillter Speck, Aubergine oder Halloumi-Käse (den sie vorher auch noch grillen sollten) öffnen Geschmacksnerven, eine Scheibe Tomate ist ein MUSS, aber verwenden Sie besser Fleischtomaten oder Eiertomaten, dann wird der Burger saftig, aber nicht matschig.
Ob mit oder ohne Sesam: Rund muss es sein, das typische Burgerbrötchen. Gourmetburger werden heutzutage gerne auch aus einem ähnlichen Teig wie Brioche serviert, nur dass der Teig eben nicht gezuckert wird. Es ist aber auch kein großer Aufwand, die Burgerbrötchen selbst zu backen. (Tipp: Wenn die Burgerbrötchen oben „matt“ bleiben sollen, dann zum Backen nicht mit Eigelb bestreichen.)
Beliebte Burgerbegleiter sind Ketchup, Senf, Mayonnaise und Barbecuesaucen. Ganz neu auf dem Markt: sogenannte Burger-Saucen, die aus Ketchup, Mayonnaise, Gewürzgurken und Essig bestehen. Lammburger schmecken mit einer Kräuterjoghurt-Soße mit Koriander und Minze besonders gut. Wenn Sie Saucen einkaufen gehen, nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, studieren Sie die Zutaten und suchen Sie sich Saucen ohne Geschmacksverstärker und unnötige Zusatzstoffe aus.
Essiggurken, Silberzwiebeln, Mixed Pickles oder auch eingelege Rote-Bete-Scheiben geben Burgern das gewisse Etwas.
Erlaubt ist alles, was Sie mögen. Klassiker sind herzhafte Sorten wie Stilton, Bergkäse oder ein reifer Gouda. Eine gewisse Gourmetnote bringen Blauschimmelkäsesorten wie Gorgonzola oder Roquefort-Käse, getoppt mit Splittern von edlem Parmesan. Und mit Mozzarella und Basilikum wird Ihr Burger Italiener.
Wenn Sie sich für Ihre Garnitur entschieden haben, wird es ernst. Jetzt geht es an die entscheidenden Vorbereitungen.
Die Vorbereitung
Wenn Sie alle Zutaten bereitgestellt haben, formen Sie aus Ihrem Hackfleischmix Bratlinge. Rollen Sie große Kugeln, die Sie zu Burgern flach pressen. Ein „Hamburger-Former“ ist eine großartige Hilfe, denn da passen genau 125 g rein – das ist ein „Viertelpfünder“. Pressen Sie das Fleisch gut fest und legen Sie die „Patties“ zum Festwerden ein paar Stunden in den Kühlschrank. Wenn sie durchgekühlt sind, geben Sie etwas Pfeffer und Salz auf die Burger und legen Sie sie auf den heißen Grill. Wenn Bratensaft oben aus den Burgern tritt, diese wenden und so lange auf der 2. Seite grillen, bis wieder etwas Saft austritt. So ist der Burger perfekt: Innen noch ganz leicht rosa, aber im Wesentlichen durch. Wenn Sie den Burger GANZ durch essen wollen, dann einfach noch eine Minute zugeben. Dann vom Feuer nehmen und sofort servieren.
Erst kurz vor Ende der Garzeit noch den Käse auf das Fleisch legen und schmelzen lassen. Und etwaige Parmesan-Hobel erst dekorieren, wenn das Fleisch auf dem Brötchen liegt.
Guten Appetit.